Wissenswertes zur Geschichte

Munkmarsch auf einer Postkarte von 1886
Munkmarsch auf einer Postkarte von 1886

Wissenswertes in Kürze

1422 wurde Munkmarsch erstmalig beurkundet. Der Hafen von Munkmarsch wurde einst zum wichtigsten Fährhafen der Insel, als Ende 1860 der Keitumer Hafen wegen Versandung geschlossen werden musste. Kur- und Urlaubsgäste reisten hier an, zum Teil aus Norwegen, England und vom heute dänischen Festland. Anfänglich nur ein primitiver Steg, ließ 1867 der Keitumer Kapitän Andersen eine feste Anlegebrücke errichten. Kapitän Andersen hat dann die Anlegebrücke dem Amt Landschaft Sylt als "Legat" vermacht, daher noch heute "Legatbrücke" genannt. 1869 wurde am Hafen erst ein einfaches Holzhaus als Unterstand und Gaststätte errichtet und diente auch als amtliche Poststelle für die Inselpost. Diese einfache Behausung wurde 1880 durch ein festes Gebäude, das "Munkmarscher Fährhaus" als Restaurant und Hotel ersetzt. Hier wurden die Passagiere empfangen, auch verköstigt. Munkmarsch war für die Reisenden die erste Station auf der nordfriesischen Insel - sozusagen Sylts Tor zur Welt. An der Legatbrücke legten die Dampfschiffe vom Festland an, die Sommerfrischler wurden zunächst per Kutsche nach Westerland befördert, ab 1888 übernahm die "Sylter Dampfspurbahn" diese Aufgabe und die Kutscher wurden arbeitslos.

1921 verschwand mit dem Abbruch der 1759 erbauten Windmühle ein markantes Wahrzeichen der Insel. Mit dem Bau des Hindenburgdamm verlor Munkmarsch 1927 seine Bedeutung als Tor zur Insel. Der Hafen wurde von den Behörden geschlossen und nicht mehr unterhalten, die Nutzung erfolgte nur noch auf eigene Gefahr. Dieses für die Inselbevölkerung bedeutende Jahr ist auch das Gründungsjahr des SYLTER SEGLER-CLUB.

Nach den Kriegswirren verfiel der Hafen. Von 1962 an bauten die Mitglieder des SYLTER SEGLER-CLUB den Hafen in mehreren Abschnitten und zum größten Teil in Eigenleistung zu einem geschützten Hafen für Freizeitskipper aus.

Unser Clubhaus, seit einigen Jahren von Frank Neubauer mit seinem Team professional geführt und mit bekannt guter Küche, bietet euch die Möglichkeit, schlechtes Wetter (haben wir eigentlich nie) oder die Zeit über Niedrigwasser (haben wir nachweislich) bei einem Bier, Kaffee mit selbst gebackenem Kuchen oder einem leckeren Essen zu überbrücken. Von hier bieten wir euch einen traumhaften Blick auf Hafen und das Nordfriesische Wattenmeer. Und bei klarer Sicht könnt ihr sogar die "Zugspitze" sehen ;-) 

 

Unsere Nachbarn

Das "Fährhaus-Munkmarsch"

In unserer Nachbarschaft findet ihr das bereits erwähnte „Fährhaus-Munkmarsch“. Schon vor über 135 Jahren war die Hafengaststätte ein willkommener Anlaufpunkt bei Fischern und Inselgästen, über Jahre auch Clublokal des SSC. Heutzutage ist im Fährhaus, das im Stil der Bäderarchitektur erbaut und erhalten wurde, ein Luxusrestaurant mit angeschlossenem, ebenso luxuriösem Hotel. Von der Veranda überblickt man die Munkmarscher Bucht bis hin zum Morsum-Kliff.

Das Restaurant "Zur Mühle"

Nahe dem Hafen, ebenfalls direkt am Wattenmeer gelegen, findet ihr das Restaurant „Zur Mühle“. Ein gerne besuchtes Ausflugs- und Wanderziel zwischen Keitum und Kampen. Auch hier erfahrt ihr freundliche Bewirtung im gemütlichen Gastraum oder auf der Terrasse mit Blick auf Hafen und Wattenmeer.

 

1975 - Volles Haus bei Calle / Foto Wichmann
1975 - Volles Haus bei Calle / Foto Wichmann

Die Surf- und Segelschule

Calle Schmidt erprobte im Frühjahr 1972 zum ersten Mal einen neuen Sport. In einer Zeitschrift hatte er zuvor vom "Brettersegeln" in den USA gelesen und sofort die nötige Ausrüstung geordert. Calles erste Versuche vor Sylt werden zum Debakel. Dem Amerikaner sagte er in einem Telefonat: "Das ist eine Fehlkonstruktion! Ich schick dir das wieder zurück! Das kann kein Mensch hier gebrauchen!"

Hersteller Hoyle Schweitzer schickte Hilfe: Seine 17-jährige Nachbarstochter Lisa Parducci fliegt aus den USA ein, übte mit Calle das "Segeln auf dem Brett" und tourt mit ihm durch Deutschland. Am Meer und auf Baggerseen begeistern sich viele für die Surfvor-führungen und sie bestellen bei Calle Schmidt Surfbretter, die er bald in großen Mengen aus Amerika ordert und damit das Windsurfen in Deutschland begründet.

Manfred Charchulla, der gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Jürgen ebenfalls zu den Pionieren zählt, berichtet: "Die waren alle angesteckt vom Surfbazillus! Es waren viele! Es war eine Krankheit!"

Der Ansturm war so groß, teils konnte man die Munkmarscher Bucht über die vielen Windsurfer trockenen Fußes überqueren. Es fand sich kein Arzt, der die „Krankheit“ heilen konnte.


» DAS HAFENBUCH«

Anlässlich des Jubiläumsjahres hat der Sylter Klaus Flug in über drei Jahren Arbeit eine Chronik zusammengestellt, die von Munkmarsch, seinem Hafen und seinem Seglerclub erzählt.

Wer eintauchen will in ein Stück Sylter Geschichte und erfahren möchte wie z.B. aus einer Güllepumpe ein Schlicksauger wurde oder woher der "Buttersand" seinen Namen hat, der kann das Buch im Clubhaus am Munkmarscher Hafen erhalten (nach Verfügbarkeit) bzw. bestellen.

148 Seiten voller Geschichten, Anekdoten und Erzählungen

zum Preis von 29,- Euro ggf. zzgl. Versand.